15.05.2012
Arbeitsgruppe Bauwerke und Umwelt der NaSPro (Nationales Suizidpräventionsprogramm für Deutschland) erarbeitet Richtlinie zur Suizidprävention in psychiatrischen Krankenhäusern


Durch geeignete bauliche und nicht-bauliche Maßnahmen innerhalb psychiatrischer Einrichtungen können die Suizidraten von Patienten signifikant beeinflusst werden. Patientensuizide können dabei reduziert, jedoch nie vollständig verhindert werden. Ziel dieser Richtlinie ist es, entsprechende Möglichkeiten der Suizidprävention aufzuzeigen. Hierzu werden die verschiedenen baulichen und nicht-baulichen Maßnahmen erörtert und bewertet.

Die Richtlinie gliedert sich in drei Teile. Der erste Teil beschreibt den aktuellen Forschungsstand zu Kliniksuiziden und geht dabei auf Epidemiologie, gewählte Zeitpunkte, Orte und Methoden ein. Der zweite Abschnitt thematisiert die baulichen Maßnahmen, die zu einer suizidpräventiven Umgebung beitragen können. Zunächst werden hier die grundlegenden Handlungsebenen der baulichen Suizidprävention vorgestellt. Alle Maßnahmen zur Einschränkung verfügbarer Suizidmethoden werden, geordnet nach Methoden, erläutert. Atmosphärische und überwachende Ansätze werden beschrieben. Für eine einfache Handhabung in den Einrichtungen wurden alle Maßnahmen zusätzlich nach Raumgruppen bzw. Bauelementen geordnet aufgeführt. Diese sogenannten Raum-Checklisten sollen bei regelmäßigen Begehungen oder auch für Neu- und Umbauplanungen eingesetzt werden. Der dritte Teil der Richtlinie beschäftigt sich mit den nichtbaulichen Maßnahmen, die zur Reduktion von Kliniksuiziden sinnvoll sind.

Die Richtlinie wird durch die Arbeitsgruppe Bauwerke und Umwelt der NaSPro (Nationales Suizidpräventionsprogramm für Deutschland) in einem Konsensusprozess entwickelt und befindet sich aktuell in der finalen Korrekturphase.

Kontaktieren Sie uns! Wir senden Ihnen die Richtlinie nach Fertigstellung gern kostenfrei zu.



01.05.2012
Architektur im Demografischen Wandel:
Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Forschergruppe an der TU Dresden gestartet


Im Jahr 2050 wird voraussichtlich jeder dritte Einwohner Deutschlands über 60 Jahre alt sein und die Zahl an Menschen mit einer Demenz wird sich auf zwei bis drei Millionen mehr als verdoppeln. Dieser demografische Wandel wird sich auf nahezu alle Lebensbereiche auswirken. Auch die bauliche Gestaltung unserer Umwelt, die das menschliche Denken, Handeln und Wohlbefinden beeinflusst, wird sich an die alternde Gesellschaft anpassen müssen, da insbesondere im Alter und bei demenziellen Erkrankungen die gebaute Umwelt einen maßgeblichen Einfluss auf die Lebensqualität ihrer Nutzer ausübt.

Ziel der Arbeitsgruppe ist es zu untersuchen, wie u.a. Altenpflegeeinrichtungen und Krankenhäuser zukünftig gestaltet werden müssen, um die Pflege und Krankenversorgung in einer alternden Gesellschaft angesichts der demografischen, sozialen, wirtschaftlichen und medizinischen Entwicklung zu gewährleisten. Besonders berücksichtigt wird dabei die Zunahme demenzieller Erkrankungen, da durch eine demenzfreundliche Architektur die Symptomatik und der Verlauf der Demenz positiv beeinflusst werden können.

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